
Der Krebskranke Lee Hazlewood hat angekündigt, dass "Cake or Death" sein letztes Album sein soll, quasi ein Vermächtnis an die Nachwelt. Der Songwriter verstand es immer seine grossen Popsongs geschickt ausbalanciert zwischen grosser Entertainer Gestik und hippiesker Songwriting Ästhetik zu präsentieren. Etwa so als wollte er genau zwischen Frank Sinatra und Cat Stevens seinen Platz in der Musikgeschichte einnehmen. Das wird ihm vermutlich auch gelingen, denn auch auf der neuen Platte zeigt Hazlewood die übliche Brillianz, wenn es um ausgefeilte Arrangements und emotionale Songs geht. Mit "Sacrifice" befindet sich auf der Platte ein aussergewöhnliches Highlight, dass durchaus mit Klassikern wie "Something Stupid" oder "Some Velvet Morning" mithalten kann. Mit einem solchen Song auf der Tracklist würde Tarrantino mit seinem nächsten Soundtrack sicherlich Verkaufserfolge feiern. Auch der Opener "Nothing" ist Songwriting auf höchstem Niveau. Die beiden Neueinspielungen von "These Boots are made for walking" und "Some Velvet Morning" (Vocals: Hazlewoods Enkeltochter Phaedra) hätte sich der Meister jedoch sparen können. Da sind die alten Versionen nicht zu toppen. Trotzdem ein sehr empfehlenswertes Spätwerk.